Fortbildung für besseres Fuhrpark- und Umweltmanagement

Okt 26, 2020 | Insight, Automobil, Weiterbildung

„IHK geprüfter betrieblicher Mobilitätsmanager“

Mobilitätsmanagement beschreibt die zielorientierte Beeinflussung des individuellen Mobilitätsverhaltens. Das Betriebliche Mobilitätsmanagement umfasst alle Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um den von ihnen verursachten Verkehr zu lenken (Fahrtenanzahl, Distanzen) und möglichst zu verringern, sprich Verkehrswege und Umwelt – durch Lärm und Schadstoffe – weniger zu belasten. Die IHK Hagen bot einen Lehrgang zum „IHK-geprüften betrieblichen Mobilitätsmanager“ an. Sabine, verantwortlich für Organisation und Revision, sowie Judith, verantwortlich für das Fuhrparkmanagement, nahmen an dem Lehrgang teil.

Das Ziel der Fortbildung ist es, die Kompetenz der im Betrieb verantwortlichen Personen zu entwickeln, damit sie entsprechende betriebliche Mobilitätskonzepte unter Berücksichtigung modernster Mobilitätstechniken und -angebote entwickeln, umsetzen und nachhaltig in der Organisation verankern können.

Es gibt vier Handlungsfelder oder Ansatzpunkte, mit denen sich das Mobilitätsmanagement befasst. Der Fuhrpark bietet viele Möglichkeiten, zum Beispiel mit der Überlegung, wie kann Verkehr vermieden werden? Der Bereich Dienstreisen bietet großes Potential, nicht zuletzt mit der Frage nach Alternativen zum Kraftfahrzeug. Der Bereich Arbeitswege kann auf Effizienz geprüft werden. Aber auch das Handlungsfeld Besucher/Kunden bietet ein Spielfeld für den betrieblichen Mobilitätsmanager.

Die Strategien des Betrieblichen Mobilitätsmanagements lassen sich unabhängig von der jeweiligen Zielsetzung in der Regel den folgenden Bereichen zuordnen. Der Verkehrsvermeidung durch Maßnahmen, die unnötige Arbeits- und Dienstwege vermeiden, z.B. durch Telefonkonferenzen oder Home Office. Einzelne PKW-Fahrten vermeiden, indem man dienstliche Fahrten besser koordiniert. Die Verkehrsverlagerungs-Strategie befasst sich damit, von PKW-Fahrten auf andere Verkehrsmittel (ÖPNV, Rad, Fuß) umzusteigen, z.B. durch Jobtickets und die letzte Strategie ist die verträgliche Verkehrsabwicklungsstrategie. Das bedeutet, dass die Abwicklung der verbleibenden notwendigen PKW-Fahrten mit emissionsarmen Fahrzeugen, z.B. durch Nutzung alternativer Antriebsarten (E-KFZ, gasbetriebene Fahrzeuge) im Vordergrund stehen.

 

Was nehmen wir aus dem Lehrgang konkret für Meleghy International mit?

Judith: „Ich verspreche mir durch die erlernten Tools eine weitere Fuhrpark-Optimierung. Im Rahmen der Prüfung mussten wir ein reales Mobilitätskonzept erstellen. Meines befasste sich mit einer Standortanalyse für Wilnsdorf. Dabei stellte ich fest, dass die meisten Mitarbeiter einen Arbeitsweg kleiner 25 km haben. Ein Großteil kommt sogar aus den direkten Ortsteilen und Siegen. Hier wäre eine erste Optimierung durch Fahrgemeinschaften oder in den wärmeren Tagen durch den Umstieg auf das Fahrrad möglich, wofür unser Unternehmen durch E-Bike-Leasing bereits eine tolle Unterstützung bietet. Beides dient der Verkehrsvermeidung und CO2 Einsparung.

Im firmeneigenen Fuhrpark sollten die Poolfahrzeuge effektiv und sinnvoll eingesetzt werden, indem auch hier Fahrgemeinschaften gebildet und z.B. Fahrten nach Gera durch Absprachen gebündelt werden können. Dies bedeutet neben der Verkehrsvermeidung und der CO2 Einsparung auch eine Kostenreduzierung. Das kann durch eine aktive Mitarbeit aller Kollegen und eine bessere Kommunikation untereinander umgesetzt werden.

 

E-Fahrzeuge an allen deutschen Standorten

Des Weiteren hat die Geschäftsführung entschieden an allen deutschen Standorten ein E-Fahrzeug, als Poolfahrzeug einzusetzen. In Wilnsdorf wird ein ID.3 seit Mitte 2020 einen Golf Variant 1,6 TDI mit einem CO2 Ausstoß von 107 g/km bei 40.000 km Jahresleistung ersetzen. Das bedeutet eine Einsparung von 4,28 t CO2/Jahr.

Teil meiner Analyse war eine Befragung der Dienstwagenberechtigten am Standort Wilnsdorf. Viele finden Elektromobilität gut, sehen sie aber auch kritisch. Fehlende Infrastruktur, zum Teil noch hohe Kosten für E-Fahrzeuge oder die niedrigen Reichweiten halten viele zum aktuellen Zeitpunkt von einem Kauf ab. Als Zweitwagen oder Stadtauto können sich die meisten Befragten ein E-Auto aber gut vorstellen. Der Umweltfaktor konnte bei einigen Befragten auch keinen Mehrwert darstellen, da die Batterieherstellung in ihren Augen nicht gerade umweltfreundlich ist. Auf die Frage, ob sie schon einmal ein E-Fahrzeug gefahren sind, kam bei vielen ein klares Nein.“

Vernünftiges und bezahlbares Konzept

Sabine: „Durch den Neubau in Reinsdorf denken wir über ein vernünftiges und bezahlbares Konzept nach, wie die Kollegen von Bernsbach an den neuen Standort kommen und die damit verbundenen Kosten so gering wie möglich gehalten werden. Wir als Firma werden auch in Reinsdorf nicht um Diskussionen bezüglich E-Mobilität herumkommen, zum Beispiel durch den Einsatz von Kleinbussen. Hier sind die Möglichkeiten zurzeit noch recht beschränkt, wir werden aber in den nächsten Jahren auf eine gute Auswahl zugreifen können.

Fahrgemeinschaften zu bilden ist die zweite große Säule, die als Lösung eingesetzt werden kann. Hier werden sich für die Mitarbeiter in den produzierenden Bereichen Lösungen finden und praktizieren lassen. Sobald zwei oder mehr Personen zu den gleichen Anfangs- und Endzeiten im Unternehmen arbeiten, diese dann idealer Weise auch noch in der näheren Umgebung zueinander wohnen, sollten Fahrgemeinschaften gebildet werden.

 

Regierung arbeitet an einem Klimapaket

Der CO2 Wert, den Judith oben mit 107 g/km angegeben hat, ist noch unter dem Mittel, das bei 124 g/km liegt. CO2 ist das eine, Feinstaub aus Reifenabrieb das andere Thema. Das Thema Mobilität wird bei den Umweltaudits noch nicht betrachtet, wir gehen aber davon aus, dass gerade die Mobilität und was Unternehmen in diesem Zusammenhang machen, in den nächsten Jahren in den Fokus rückt. Wann das soweit ist, kann jetzt noch nicht gesagt werden, aber die Regierung arbeitet schon an einem Klimapaket.

Hier kämen jetzt viele „soll/kann/würde-Hypothesen“. Ich denke, wir werden die Konzepte prüfen und können sagen, ob wir mit damit so richtig liegen.

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